Solingens Innenstadt im Abwärtssog: Warum Einzelprojekte nicht reichen
Waldtraut TröstSolingens Innenstadt im Abwärtssog: Warum Einzelprojekte nicht reichen
Solingens Innenstadt kämpft mit Leerstand, schrumpfendem Angebot und mangelnden Gastronomie- und Begegnungsstätten. Diese Probleme spiegeln tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Herausforderungen wider, die sich über viele Jahre aufgebaut haben. Zwar hat die lokale Politik verschiedene Projekte angestoßen, doch ein übergreifender Plan fehlt bis heute.
Der Niedergang der Solinger Innenstadt vollzieht sich schleichend, aber stetig. Viele Ursachen liegen außerhalb des direkten Einflussbereichs der Stadt – etwa die Anziehungskraft größerer Städte für zentrale Dienstleistungen oder der Boom des Online-Handels. Trotz der Bemühungen der Verantwortlichen gibt es noch immer keine abgestimmte Strategie für eine nachhaltige Erholung.
Walsken betont, dass eine Lösung mehr erfordert als nur die Fokussierung auf die Innenstadt. Auch angrenzende Gebiete wie die Mangenberger Straße, die Friedrichstraße und das Werwolf-Viertel müssten in die Planung einbezogen werden. Der geplante Ersatz des Theater- und Konzerthauses durch eine Feuerwehrwache wäre aus seiner Sicht ein schwerer Rückschlag für das Viertel.
Notwendig sei ein Strategiewechsel – weg von Einzelprojekten, hin zu einem umfassenden Entwicklungskonzept. Walsken schlägt einen ganzheitlichen Masterplan für den gesamten Ringschluss vor, der Stadtplanung, Verkehr, Kultur, Klima und soziale Bedürfnisse vereint. Konkrete Maßnahmen wären etwa bessere Vernetzung der Glasernen Werkstatt mit lokalen Start-ups, mehr Studentenwohnungen, dezentrale Gesundheitsversorgung und digitale Beratungsangebote. Entscheidend sei es, eine moderne, mobile und gut verdienende Zielgruppe anzuziehen, um den Abwärtstrend umzukehren.
Walskens Vision zielt auf ein abgestimmtes Vorgehen in Innenstadt und Umland ab. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die neue Bewohner:innen und Unternehmen anlocken. Ohne einen solchen Plan dürften sich die Probleme im Herzen Solingens weiter verschärfen.
