Stuttgart startet freiwilliges Deradikalisierungsprogramm für Rechtsextremisten
Kazim HoffmannStuttgart startet freiwilliges Deradikalisierungsprogramm für Rechtsextremisten
Deradikalisierungsprogramm für Rechtsextremisten in Stuttgart
Am 8. und 9. April 2025 fand in Stuttgart ein Deradikalisierungsprogramm statt, das sich speziell an Rechtsextremisten richtet. Die Initiative wird vom Kompetenzzentrum gegen Extremismus (konex) durchgeführt, das ursprünglich vor allem islamistische Gefahren im Blick hatte, nun aber alle Formen religiösen und politischen Extremismus abdeckt. Die Teilnahme bleibt freiwillig und für die Betroffenen vollständig kostenlos.
Das Programm ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Bekämpfung von Extremismus in Baden-Württemberg. Es wird unter dem Dach des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (SAT BW) des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA BW) betrieben, in das konex seit dem 1. Januar 2025 integriert ist. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem LKA und dem Polizeipräsidium Stuttgart wird ein abgestimmtes Vorgehen sichergestellt.
Die Unterstützung wird individuell auf die Bedürfnisse der Ratsuchenden zugeschnitten und bietet professionelle Begleitung für Personen, die sich aus extremistischen Ideologien lösen möchten. Interdisziplinäre Teams arbeiten sektorenübergreifend, um maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Der Service ist per E-Mail unter [email protected] oder telefonisch von Montag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr erreichbar.
Im Laufe des Jahres 2025 sind weitere Aufklärungsmaßnahmen geplant, darunter auch Hausbesuche. Bisher wurden jedoch keine Zahlen veröffentlicht, wie viele Haushalte oder Personen mit Bezug zum Rechtsextremismus bereits kontaktiert wurden.
Die Initiative stellt eine Ausweitung der Deradikalisierungsarbeit von konex über den ursprünglichen Fokus auf islamistischen Extremismus hinaus dar. Durch individuelle Betreuung und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und Fachstellen soll das Programm Menschen dabei helfen, sich aus extremistischen Milieus zu lösen. Weitere Aufklärungsaktionen werden in diesem Jahr in der gesamten Region fortgesetzt.






