VW-Chef Blume plant radikale Wende: Werksschließungen und 100.000 Jobs in Gefahr
Kazim HoffmannVW-Chef Blume plant radikale Wende: Werksschließungen und 100.000 Jobs in Gefahr
Volkswagen plant unter Konzernchef Oliver Blume massive Umstrukturierung
Der Volkswagen-Konzern erwägt unter Führung von Vorstandsvorsitzendem Oliver Blume eine tiefgreifende Restrukturierung. Dem Plan zufolge könnten bis 2030 vier Werke geschlossen und bis zu 100.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Gewerkschaften wie die IG Metall lehnen die Pläne entschieden ab.
Volkswagen kämpft seit Längerem mit nicht ausgelasteten Kapazitäten an mehreren europäischen Standorten. Die Werke in Hannover, Zwickau, Emden sowie der Audi-Standort Neckarsulm arbeiten mit weniger als 60 Prozent Auslastung – dadurch blieben bis zu 800.000 Fahrzeuge unproduziert. Besonders die Standorte Zwickau und Emden, die Elektroautos fertigen, haben ihre Produktion bereits wegen Überkapazitäten gedrosselt.
Bereits 2024 hatte das Unternehmen den Vorschlag unterbreitet, mehrere deutsche Werke zu schließen, was zu einem Abbau von 30.000 Stellen geführt hätte. Nun sieht Blumes neuer Plan noch drastischere Einschnitte vor: Werksschließungen, massive Stellenstreichungen und eine komplette Neuaufstellung der Konzernstruktur. Ziel ist es, die Produktionskapazitäten in Deutschland wieder voll auszuschöpfen.
Zusätzlichen Druck üben die gestiegenen Kosten aus. Die Fertigung in Asien, insbesondere in China, ist deutlich günstiger als in Europa. Gleichzeitig hat Volkswagen über sechs Milliarden Dollar in den US-Elektroautohersteller Rivian investiert, um seine Softwarekompetenz zu stärken.
Die geplante Umstrukturierung soll den Konzern schlanker machen. Doch sie stößt auf massiven Widerstand der Arbeitnehmervertretungen wie der IG Metall. Falls umgesetzt, würden die Veränderungen die deutschen Standorte und die Belegschaft des Unternehmens bis zum Ende des Jahrzehnts grundlegend verändern.
