Warum die Kritik an der DFB-Elf jetzt bewusst ignoriert wird
Kritik an der deutschen Fußballnationalmannschaft wird derzeit klein gehalten, um die Stimmung hochzuhalten. Der DFB und die Rechteinhaber vermarkten den Fußball als Produkt – im Vordergrund stehen Wohlfühlgeschichten und große Emotionen. Diese Strategie führt dazu, dass tiefgehende Analysen fehlen, selbst wenn taktische Schwächen offensichtlich sind.
Bei einem jüngsten Spiel bemerkte ein Beobachter, dass die defensiven Mittelfeldspieler Deutschlands Probleme mit der Rückwärtsbewegung hatten. In der Halbzeit bezeichnete dieselbe Person Curaçao als schwachen Gegner und deutete an, die deutsche Mannschaft habe die Erwartungen erfüllt. Nach dem 7:1-Sieg wurde dieselbe Kritik jedoch als „links“ oder „pessimistisch“ abgetan.
Der DFB setzt zwar auf Thomas Müllers unterhaltsamen Ansatz, bemängelt aber, dass es ihm an inhaltlicher Tiefe fehlt. Gleichzeitig wird der Fußball von Verband und Rechteinhabern weiter aggressiv an das deutsche Publikum beworben. Auch die Fans scheinen Begeisterung der kritischen Auseinandersetzung vorzuziehen.
Der Ton könnte sich ändern, sollte Deutschland früh im Turnier scheitern. Ein Ausscheiden im Achtelfinale würde vermutlich eine Welle an Kritik auslösen – und diese wäre dann auch gesellschaftlich akzeptiert. Aktuell dominieren jedoch Positivität und kommerzielle Inszenierung. Taktische Betrachtungen werden zugunsten einer heiteren Erzählung zurückgestellt. Doch sollte sich die sportliche Lage verschlechtern, könnte sich das Blatt schnell wenden.






