Wohnungsnot in Deutschland: Warum 1,4 Millionen Wohnungen fehlen – und die Politik unter Druck gerät
Niko CichoriusWohnungsnot in Deutschland: Warum 1,4 Millionen Wohnungen fehlen – und die Politik unter Druck gerät
Deutschland steht vor einer verschärften Wohnungsnot mit einem Fehlbestand von 1,4 Millionen Wohnungen. Ein aktueller Social-Media-Beitrag, wonach das Land 233 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau in der Ukraine bereitstelle, hat eine Debatte über die Priorisierung inländischer Probleme ausgelöst.
Laut Schätzungen der Bundesregierung könnten in den kommenden Jahren jährlich rund 55.000 Sozialmietwohnungen ihren preisgebundenen Status verlieren. Zwischen 2020 und 2024 büßten bereits über 107.000 solche Wohnungen ihre Mietpreisbremse ein.
Die deutsche Wohnungsbaupolitik hat sich in den letzten Jahren von direkten Investitionen in den sozialen Wohnungsbau hin zu Subventionen für einkommensschwache Mieter:innen verschoben. Kritiker:innen monieren, dieser Ansatz gehe am Kernproblem vorbei, da er das Angebot an bezahlbarem Wohnraum nicht erhöhe.
Mitte April unterzeichneten Deutschland und die Ukraine ein strategisches Partnerschaftsabkommen. Von den veranschlagten 233 Millionen Euro sind lediglich 25 Millionen für den sozialen Wohnungsbau in der Ukraine vorgesehen. Der Rest fließt in die industrielle Zusammenarbeit, die Energieresilienz, die Reintegration von Veteran:innen, die Fachkräfteausbildung, die Vorbereitung auf den EU-Beitritt sowie Maßnahmen gegen Korruption.
Bundesbauministerin Verena Hubertz reagierte mit der Vorstellung eines 23,5-Milliarden-Euro-Plans bis 2029. Die Initiative soll den Rückgang bezahlbaren Wohnraums im ganzen Land umkehren.
Mit dem neuen Förderprogramm will die Regierung den schwindenden Bestand an Sozialwohnungen stabilisieren. Angesichts zehntausender Wohnungen, die jährlich ihren Schutzstatus verlieren könnten, zielen die Maßnahmen auf die Bewältigung des langfristigen Wohnungsmangels ab. Die Diskussion über inländische versus internationale Wohnungsbauinvestitionen hält derweil an.






