Die Linke scheitert knapp an Fünf-Prozent-Hürde – doch junge Wähler bleiben treu
Waldtraut TröstDie Linke scheitert knapp an Fünf-Prozent-Hürde – doch junge Wähler bleiben treu
Die Linke erreichte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 4,4 Prozent der Stimmen und verfehlte damit den Einzug in den Landtag. Trotz des Rückschlags bezeichnete die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner das Ergebnis als historischen Erfolg. Besonders stark war die Unterstützung unter jungen Wählern und in städtischen Gebieten.
Die beste Performance erzielte die Partei in Großstädten wie Freiburg, Tübingen, Heidelberg und Karlsruhe, wo sie über dem Landesdurchschnitt lag. Bei den 16- bis 24-Jährigen kam sie auf 13 Prozent – ein deutlicher Kontrast zum Gesamtergebnis.
Seit Ende 2024 ist die Mitgliederzahl in Baden-Württemberg stark gestiegen: von 4.400 auf heute über 10.000. Bei den letzten Kommunalwahlen hatte die Partei mehr als 4.000 Kandidaten aufgestellt und Mandate in 66 der 71 bayerischen Kreistage errungen. Bei einem Einzug in den Landtag hätte sie ein Landesgesetz für höhere Löhne im öffentlichen Dienst vorgelegt.
Künftig will die Partei ihre urbanen Erfolge ausbauen und gleichzeitig die Unterstützung auf dem Land stärken. Die Führung räumt ein, dass das Profil der Partei klarer konturiert werden muss, um zu verhindern, dass Wähler zu anderen Parteien abwandern. Die Basisinkommen-Partei (BSW) hingegen erreichte nur 1,4 Prozent und blieb ohne Einfluss.
Nun konzentriert sich Die Linke darauf, die Zustimmung junger Wähler und den städtischen Schwung in langfristige politische Wirkung umzumünzen. Der Ausbau der Präsenz im ländlichen Raum bleibt eine zentrale Herausforderung. Ohne Landtagsmandate wird die Partei ihre Themen über Kommunalpolitik und Basisinitiativen vorantreiben.