Digitale Gesundheitsversorgung scheitert an mangelnder Infrastruktur und Datenschutzbedenken
Joachim RoseDigitale Gesundheitsversorgung scheitert an mangelnder Infrastruktur und Datenschutzbedenken
Deutschlands Vorstoß für digitale Gesundheitsversorgung stößt auf erhebliche Hindernisse, insbesondere in ländlichen Regionen. Begrenztes Breitbandinternet und schlechte Mobilitätsangebote bremsen die Fortschritte aus. Unterdessen betont der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV), dass stabile Systeme und fairer Wettbewerb notwendig sind, um Verbesserungen voranzutreiben.
Die elektronische Patientenakte (ePA) steht bei medizinischem Personal in der Kritik. Eine aktuelle Umfrage zeigt: 84 Prozent der Fachkräfte sehen keinen praktischen Nutzen im Arbeitsalltag. Weitere 65 Prozent bewerten den Datenschutz als "nicht sicher" oder "überhaupt nicht sicher".
Der PKV hält die Digitalisierung für unverzichtbar für moderne medizinische Versorgung und Finanzierung. Gefordert wird eine zuverlässige technische Infrastruktur, um Störungen bei digitalen Gesundheitsdiensten zu vermeiden. Zudem setzt sich der Verband für offenen Wettbewerb und eine zügige Umsetzung neuer Strategien ein.
Neben Stabilität verweist der PKV auf Finanzierungslücken in der ambulanten Versorgung. Private Versicherer könnten hier eine Schlüsselrolle übernehmen. Sie werben für interoperable Plattformen, etwa für Terminbuchungen und Datenaustausch.
Als Lösungsansätze werden digitale Erstanamnesen und automatisierte Dokumentation diskutiert, um den Verwaltungsaufwand in Praxen zu verringern. Doch in ländlichen Gebieten fehlt es oft an grundlegender Infrastruktur – eine flächendeckende Einführung bleibt schwierig.
Die PKV-Empfehlungen zielen auf Stabilität, Zugänglichkeit und Wettbewerb im digitalen Gesundheitswesen. Dennoch bleiben Bedenken bei Datensicherheit und Praxistauglichkeit ungelöst. Ohne besseres Internet und maßgeschneiderte Lösungen drohen ländliche Regionen weiter abgehängt zu werden.
Niedrige Patientennutzung und Sicherheitslücken behindern den Erfolg des ePA
Ein Jahr nach seiner Einführung steht die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland vor erheblichen Herausforderungen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zufolge nutzen nur 14% der Versicherten sie aktiv, wobei Sicherheitslücken und eine mangelhafte Umsetzung genannt werden.
- Nur 14% der Versicherten nutzen ihre ePA aktiv, wobei 75% von ihren Vorteilen nichts wissen.
- Sicherheitsprobleme und ein komplexes Registrierungsverfahren hindern eine flächendeckende Nutzung.
- Fehlende Funktionen wie digitale Impfbescheinigungen begrenzen die praktische Verwendbarkeit.