Kirchheim unter Teck setzt auf Qualität statt auf Höchstpreise beim Wohnungsbau
Niko CichoriusKirchheim unter Teck setzt auf Qualität statt auf Höchstpreise beim Wohnungsbau
Kirchheim unter Teck setzt bei der Wohnraumentwicklung auf Qualität statt auf Preis
Die Stadt Kirchheim unter Teck hat bei der Entwicklung des Stadtteils Steingau einen anderen Weg eingeschlagen: Statt das Land an den Höchstbietenden zu verkaufen, entschied sie sich für ein qualitätsorientiertes Auswahlverfahren. Im heutigen Steingau-Viertel leben rund 850 Menschen in 45 Gebäuden, darunter Genossenschaftsprojekte und Familienhäuser. Von Anfang an sollte ein ausgewogenes und durchdachtes Quartier entstehen.
Statt den Zuschlag nach dem höchsten Angebot zu vergeben, setzte die Stadt auf ein offenes, konzeptbasiertes Verfahren. Unabhängige Gutachter legten die Grundstückspreise im Voraus fest, wodurch sich ein breiteres Spektrum an Bauherren und zukünftigen Bewohnern beteiligen konnte. Das Interesse an den Grundstücken war groß – die Nachfrage überstieg das Angebot fast um das Dreifache.
Um das beste Konzept auszuwählen, nutzte die Verwaltung ein bewertendes Verfahren ähnlich einer Jury-Entscheidung. So wurde sichergestellt, dass das siegreiche Vorhaben mit den langfristigen Zielen der Stadt übereinstimmte. Nach der Auswahl begleitete die Stadt die Umsetzung mit regelmäßigen Fortschrittskontrollen und rechtlichen Absicherungen, um die Projekte auf Kurs zu halten.
In der frühen Besiedlungsphase förderte Kirchheim zudem den Gemeinschaftsgeist unter den neuen Bewohnern. Heute profitiert das Viertel von einer gemeinsamen Wärmeversorgung durch den städtischen Energieversorger. Wie die Verantwortlichen betonen, erfordern solche konzeptbasierten Vergabeverfahren klare Kommunikation, realistische Zeitpläne und eine starke administrative Unterstützung, um erfolgreich zu sein.
Das Steingau-Viertel vereint heute genossenschaftlichen Wohnraum, Familienhäuser und gemeinsame Infrastruktur. Der Ansatz der Stadt – Gestaltungsqualität über Gewinnmaximierung zu stellen – hat zu einer durchdachten, gemeinwohlorientierten Siedlung geführt. Heizung, Vernetzung und rechtliche Begleitung wurden dabei durch die Kommune gesteuert, um Stabilität zu gewährleisten.






