09 May 2026, 14:22

Politische Gräben überschatten Gedenkfeier zur Befreiung Halles 1945

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe von Menschen mit einer Fahne zeigt, umgeben von Text und Blättern.

Politische Gräben überschatten Gedenkfeier zur Befreiung Halles 1945

Spannungen bei Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale)

Die Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) wurden von politischen Gräben überschattet, die die eigentliche Erinnerung an Widerstandskämpfer und die sowjetischen Beiträge in den Hintergrund drängten. Bei der Veranstaltung kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmenden über Symbole und historische Deutungen.

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Die Gedenkveranstaltung begann mit Ehrungen für jene, die sich gegen den Faschismus auflehnten. Gisela Döring von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) würdigte den Mut der Frauen und Männer, die gegen Unterdrückung kämpften. Die Anwesenden legten Blumen am Mahnmal für die deutschen Widerstandskämpfer nieder.

Die stellvertretende Oberbürgermeisterin der Stadt, Dr. Judith Marquardt, niederlegte im Namen der Stadtverwaltung einen offiziellen Kranz. Doch als Mitglieder der „Halle-Bewegung“ mit russischen Fahnen und Symbolen erschienen, löste dies unter den Organisator:innen und anderen Gästen Empörung aus.

Lukas Wanke (VVN-BdA) wandte sich später an die Menge und betonte, dass die Würdigung des Vermächtnisses der Roten Armee heutige Ungerechtigkeiten nicht rechtfertige. Gleichzeitig warnte er, der Kampf gegen rechtsextreme Ideologien sei noch nicht beendet. Eric Stehr von der Linken unterstützte diese Position und mahnte, man dürfe kein Regime unterstützen, das für anhaltenden Terror und Zerstörung verantwortlich sei.

Die Geschichte der Stadt fügte der Debatte eine weitere Ebene hinzu: Zwar wurde Halle 1945 von der US-amerikanischen 104. Infanterie-Division befreit, doch das Mahnmal ehrt auch die sowjetischen Beiträge zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs.

Die Gedenkveranstaltung offenbarten tiefe politische Spaltungen – sowohl in der historischen Erinnerung als auch in aktuellen politischen Loyalitäten. Trotz der Spannungen wurde die Zeremonie mit Ehrungen für die Widerstandskämpfer und offiziellen Würdigungen ihrer Opfer fortgesetzt.

Quelle